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Setze niemals ein Psychopharmakon von einem auf den anderen Tag ab, es sei denn es verursacht so tödliche Nebenwirkungen, dass es unumgänglich ist. Wenn Ärzt*innen dir sagen, du kannst eine mehrere Monate oder gar Jahre eingenommene Substanz innerhalb weniger Tage oder Wochen, durch halbieren, vierteln "ausschleichen", dann lauf' nicht, sondern renn' davon. Suche dir Hilfe in einem der Selbsthilfeforen, wie zum Beispiel psyab.net oder survivingantidepressants.org. Diese von Betroffenen ehrenamtlich geführten Plattformen haben schon immens vielen Menschen geholfen, die ihnen verordneten Medikamente in einem risiko-minimierten Ansatz loszuwerden. Die Plattformen sind also voller Erfahrungswissen, hilfreicher Tipps und bieten außerdem eine Übersicht über nicht-medikamentöser hilfreichen Methoden, die Menschen während eines Psychopharmakon-Entzuges nützlich sein können, an.

Falls du bereits ein oder mehrere Psychopharmaka kalt, also von einen auf den anderen Tag abgesetzt hast, dann bewahre Ruhe aber wende dich umgehend an Betroffenen-Foren. Melde dich dort an und eröffne einen Thread. Die erfahrenen Betroffenen können dich beraten, was der nächste richtige Schritt ist. Es kommt hierbei auf Zeit an. Aber die Beratung von anderen, erfahrenen Betroffenen kann an dieser Stelle leben retten. Dies war einer meiner schwerwiegendsten Fehler, die ich in  meiner Verzweiflung gemacht habe: ich habe mich zu spät in den Foren angemeldet, ich dachte ich könne das Problem allein lösen. Das führte zu einer kompletten Überreizung meines Nervensystems, da ich wild wiedereindosiert und mit zu wenig Geduld die Dosis gewechselt habe und dann nach fast vier Wochen abgebrochen habe. Ich bekam schlimme Akathisie und meine Schlafprobleme wurden next level. Ich beging dann den nächsten Fehler und wendete mich wieder an Psychiater*innen, Therapeut*innen sowie anderes medizinisches Personal: und landete so auf einem weiteren Psychopharmakon, unter dem ich noch immer leide und dessen Absetzprozess  mir noch bevor steht. Aus diesem Grund möchte ich euch warnen: macht es nicht wie ich. Auch wenn die Welt euch erzählen will, dass ein nur von Betroffenen geführtes Forum "nicht seriös" sei, und man fremden Menschen im Internet nicht vertrauen kann (obwohl das eigentlich alle, die zum Beispiel täglich auf Instagram unterwegs sind kontinuierlich tun), ist dies nur ein Narrativ, das im medizinischen Kontext, speziell im psychiatrischen, häufig angewendet wird: es zeigt die Hierarchie in einem medizinischen System, welches die Kompetenzen von Patient*innen unterschätzt, und gleichzeitig die Expertise von Ärzt*innen überschätzt und ihnen dadurch extrem viel Macht gibt.

Wenn du bereits unter Entzugssymptomen leidest, die sowohl körperlich als auch psychisch sein können, würde ich nur im äußersten Notfall, wenn es um Leben und Tod geht, in eine psychiatrische Klinik gehen. Dies ist der einzige Schutz den sie dir dort bieten können. Ansonsten sind aus meiner Erfahrung Psychiatrien absolut kein sicherer Ort, für Menschen die unter Psychopharmaka-Absetzsymptomen leiden. Ich fühle mich von meinem zweieinhalb wöchigen Aufenthalt in einer Klinik, die sich sogar öffentlichkeitswirksam als Klinik, die sensibel mit Phsychopharmaka und deren Absetzreaktionen umgeht, gibt, sehr traumatisiert.

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Ich erlebte Ärzt*innen, die mir sagten, dass man eine ganze Handvoll dieser "Medikamente" ohne weiteres einwerfen könne, ohne dass etwas passieren würde. Ärzt*innen, die über einem schreiben und sagen man sei „misstrauisch im Kontakt“ und Therapie würde ja nicht stattfinden, denn zusätzliche Medikamente würde ich ja nicht nehmen wollen weil ich Angst davor hätte - wer wäre bzw. hätte das nicht, nachdem er*sie das erlebt hat, was ich erlebt habe?

 

 

 

 

 

Setze niemals ein Psychopharmakon von einem auf den anderen Tag ab, es sei denn es verursacht so tödliche Nebenwirkungen, dass es unumgänglich ist. Wenn Ärzt*innen dir sagen, du kannst eine mehrere Monate oder gar Jahre eingenommene Substanz innerhalb weniger Tage oder Wochen, durch halbieren, vierteln "ausschleichen", dann lauf' nicht, sondern renn' davon. Suche dir Hilfe in einem der Selbsthilfeforen, wie zum Beispiel psyab.net oder survivingantidepressants.org. Diese von Betroffenen ehrenamtlich geführten Plattformen haben schon immens vielen Menschen geholfen, die ihnen verordneten Medikamente in einem risiko-minimierten Ansatz loszuwerden. Die Plattformen sind also voller Erfahrungswissen, hilfreicher Tipps und bieten außerdem eine Übersicht über nicht-medikamentöser hilfreichen Methoden, die Menschen während eines Psychopharmakon-Entzuges nützlich sein können, an.

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Wenn du bereits unter Entzugssymptomen leidest, die sowohl körperlich als auch psychisch sein können, würde ich nur im äußersten Notfall, wenn es um Leben und Tod geht, in eine psychiatrische Klinik gehen. Dies ist der einzige Schutz den sie dir dort bieten können. Ansonsten sind aus meiner Erfahrung Psychiatrien absolut kein sicherer Ort, für Menschen die unter Psychopharmaka-Absetzsymptomen leiden. Ich fühle mich von meinem zweieinhalb wöchigen Aufenthalt in einer Klinik, die sich sogar öffentlichkeitswirksam als Klinik, die sensibel mit Phsychopharmaka und deren Absetzreaktionen umgeht, gibt, sehr traumatisiert.

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